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Planung Wohnquartier Wolfshöhe

    (aus der Gemeinderatssitzung am 12.10.2022)

    Auf der Tagesordnung der öffentlichen Gemeinderatssitzung im Oktober stand nur ein einziger Antrag, über den Bürgermeister Jens Fankhänel und sein Gemeinderat, nach eingehender Diskussion, zu entscheiden hatten. In diesem Antrag, wurde die Einleitung eines Bauleitplanverfahrens für eine Teilfläche eines Grundstückes in der Gemarkung Rollhofen, zur Schaffung von Wohnraum, beantragt. Eingereicht hatte diesen die Firma BF Wohnbau Projekt GmbH. Um das Bauvorhaben dem Neunkirchener Gemeinderat vorzustellen, waren die beiden Investoren, Joachim Franke und Josef Bittl, in Begleitung von Rechtsanwalt Martin Kühnlein, persönlich erschienen. Dazu hatten die Herren Franke und Bittl eine Power-Point-Präsentation vorbereitet, und übergaben jedem Gemeinderatsmitglied jeweils ein Exposè des Projektes. Demnach solle auf der Wolfshöhe in Rollhofen, auf einer Teilfläche der Brauerei Wolfshöhe, das „Wohnquartier Wolfshöhe“ entstehen. Geplant sind 29 Wohneinheiten von 56 m² bis 123 m². 24 Wohnungen davon barrierefrei und rollstuhlgerecht, sowie fünf Wohnungen mit integrierter Garage und eigenem Zugang. Auch soll es zehn Tiefgaragenstellplätze geben. Gebaut werden soll gemäß KfW55 EE und in Hybridbauweise, einer Konstruktion aus Beton und Holz. Bei den verwendeten Baustoffen soll auf ihre Ökobilanz geachtet werden. Energieeffiziente Maßnahmen, wie PV-Anlage, Brennstoffzelle und Dämmung vervollständigen das Konzept. Angesprochen werden sollen für den Kauf einer Wohnung, sowohl Kapitalanleger, als auch Singels, Familien oder Senioren. Die Planungshoheit würde bei der Gemeinde verbleiben, und auch Planungskosten würden der Gemeinde keine entstehen. Damit dieser neue Gebäudekomplex entstehen kann, müssten die jetzige Abfüllanlage, sowie die daran anschließenden Gebäude über dem Gärkeller abgerissen werden. Über den Ankauf dieser Teilfläche, sei man sich mit Stephan Weber, dem Geschäftsführer der Brauerei Wolfshöhe, bereits einig. Das geplante Projekt, wurde vom gesamten Gemeinderat, parteiübergreifend, zwar im Grundsatz für sinnvoll und nachvollziehbar gesehen, jedoch gab es auch erhebliche Bedenken gegen das Vorhaben. Mit der Brauerei Wolfshöhe existiert zum einen schon ein Gewerbe an dieser Örtlichkeit, zum anderen ist es der Gemeinde baurechtlich möglich, in unmittelbarer Nachbarschaft, ein Gewerbegebiet auszuweisen. Mit dem Bau von Wohnungen, würde eine „Insellage“ geschaffen, und es käme unweigerlich zu Konflikten zwischen Anwohnern und Gewerbe, was man vermeiden wolle. Des weiteren spricht gegen das Projekt, auch die Zufahrt zu den Wohneinheiten, sowie die Anbindung an Rollhofen. Hindernis ist hier die Staatsstraße 2241 von Neunkirchen nach Schnaittach. Bautechnisch müsste diese so umgestaltet werden, dass sowohl ein gefahrloses Abbiegen mit dem PKW zu den Wohneinheiten ermöglicht wird, und zum anderen müsse für Fußgänger oder Radfahrer eine Möglichkeit geschaffen werden, um die Staatsstraße sicher überqueren zu können. Dies ist nötig, um zum Bahnhof oder Kindergarten Rollhofen zu gelangen, wobei Kinder dabei besonders stark gefährdet sind. Auch befindet sich an gerade dieser Stelle der Staatsstraße eine unübersichtliche Kurve, was nicht außer acht gelassen dürfe. Mit einem einfachen Fußgängerüberweg, wie von den Investoren vorgeschlagen, dürfte das Problem sicherlich nicht zu lösen sein. Hinzu kommt, dass es sich hierbei um eine Staatsstraße handelt, die nicht im Zuständigkeitsbereich der Gemeinde liegt. Eventuell müsse auch ein Fuß- oder Radweg nach Rollhofen oder gar nach Schnaittach in die Planungen mit einbezogen werden, und man wolle auch keinen „Satellitenortsteil“ in Rollhofen schaffen. Auch auf die Frage, ob diese geplante Wohnbebauung denn das Endziel sei, konnte seitens der Investoren keine zufriedenstellende Antwort gegeben werden. Ebenfalls entspricht die Zahl der geplanten PKW-Stellplätze nicht der in der Gemeindesatzung festgelegten Anzahl. Demnach sind pro Wohnung zwei Stellplätze vorgeschrieben, plus fünf Besucherparkplätze. Aufgrund dieser Verordnung, müssten 63 Parkplätze geschaffen werden. Letztendlich wurde der Antrag mit 12:1 Stimmen abgelehnt. Der Gemeinderat könne sich jedoch vorstellen, dass dieses Wohnprojekt, an einem anderen, besser geeigneten Standort, umgesetzt werden könne. Genannt wurde hier das Speck-Gruco-Areal in Neunkirchen. Den Unmut und Verärgerung des Gremiums, zogen sich die Investoren, jedoch mit der Bemerkung zu, dass man bei Ablehnung des Antrages, zu einem anderen Zeitpunkt, mit einem anderen Gemeinderat und Bürgermeister, eventuell einen neuen Versuch starten könne, um das geplante Projekt zu verwirklichen. Bürgermeister Jens Fankhänel verbat sich vehement und energisch, mit diesem „Erpressungsversuch“, Einfluss auf die Entscheidung des Gemeinderates zu nehmen. Im Jahr 1872 errichtet die Familie Wolf auf der Wolfshöhe eine Brauerei. 1882 kaufte der Nürnberger Bierbrauer Jean Weber die Brauerei. Seither ist diese im Besitz der Familie Weber. Im Jahr 1991 übernahm Stephan Weber, der heutige Geschäftsführer, die Brauerei, in vierter Generation, von seinem Vater Friedel Weber. Im Jahr 1989 führte die Brauerei Wolfshöhe, als erste Brauerei in Süddeutschland, die sogenannte Split-Box ein, welche heute immer noch zur Verwendung kommt.

     

    Bericht und Foto: Peter Friedewald

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