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Pfarrkirchen "Mariä Himmelfahrt"

Das Wahrzeichen von Neunkirchen a.Sand schlechthin ist die katholische Pfarrkirche "Mariä Himmelfahrt".

Auf einer im Ortskern gelegenen Anhöhe prägt sie seit Jahrhunderten das Ortsbild. Auf fast jeder Postkarte und jedem Logo erscheint das markante Bauwerk.

Bei der von dem ehemals stark befestigten Friedhof umgebenen Kirche handelt es sich um eine richtige Kirchenburg. Die Umwallung umschloss außer der Kirche und dem Friedhof das Pfarrhaus, das Mesnerhaus, ein Bauernhaus und noch ein weiteres Gebäude.

Von der ältesten Kirche aus romanischer Zeit haben sich kaum Reste erhalten. Die Mauern des Schiffs und die unteren Teile der Wehrtürme stammen wohl aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts. Der Ausbau und eine wesentliche Verstärkung erfolgte vermutlich in der "Hussitenzeit", den 1420er und 1430er Jahren. Das oberste Geschoss des Westturmes ist aus dem Jahr 1514, das des Nordostturmes , der sich über der Sakristei erhebt , wurde 1552 repariert. Von der ehemals reichen gotischen Ausstattung der Kirche hat sich nichts erhalten.

Das Innere wurde 1688/89 etwas barockisiert, womit der Schnaittacher Schreiner und Bildhauer Johann Adam Doser, der Amberger Bildhauer Johann Konrad Vogel und der Auerbacher Maler Georg Wild beschäftigt waren. Sein heutiges Aussehen erhielt der Innenraum erst durch die umfassende Neugestaltung 1722-24 . Die Gesamtstuckerung, vorwiegend aus feingliedrigem, zartreliefviertem Band,- Gitter- und Rankenwerk, stammt von dem Amberger Meister Philipp Jakob Schmutzer.

Die Deckengemälde schuf 1723/24 der Münchner Maler Johann Adam Müller nach einem vorbestimmten Programm : Im Chor die Darstellung Jesu im Tempel, in den Ecken die vier Evangelisten. Im Langhaus (von West nach Ost) fünf Szenen aus dem Marienleben : Geburt Mariens , erster Tempelgang, Verkündigung, Besuch bei Elisabeth, Darstellung Jesu im Tempel. In den ovalen Stuckrahmen beiderseits der Mittelgemälde symbolische Darstellungen aus der lauretanischen Litanei. An der Nordseite von Ost nach West : Turm Davids, Thron Salomons, Goldenes Haus, Morgenstern. An der Südseite : Elfenbeinerner Turm, Himmelpforte, Goldene Rose, versiegelter Quell.

Der Hochaltar und die beide Seitenaltäre , sämtliche 1723/24, sind Werke von Johann Michael Doser, dem Sohn Johann Adam Dosers, unter Mitarbeit des Amberger Schreinermeisters Georg Wolf Pacher und des Amberger Bildhauers Franz Joachim Schlott.

Zwischen den Säulen des Hochaltars die Statuen von St.Anna und St.Joachim, beiderseits auf Postamenten der heilige Josef und Johannes der Täufer. Das Gemälde des nördlichen Seitenaltars (St.Sebastian) stammt von Johann Gebhard aus Ingolstadt, dem wohl auch die Gemälde des Hochaltars (Himmelfahrt Mariä) und des südlichen Seitenaltars (St.Nepomuk) zugeschrieben werden können.

Werke von Johann Adam Doser sind die beiden Figuren St.Heinrich und Kunigunde an der Nordwand der Kirche; sie waren bis 1723 an dem 1688 von Johann Adam Doser erstellten Hochaltar. Die Madonna zwischen beiden ist eine Kopie einer verschollenen spätgotischen Figur. Von Johann Michael Doser stammt der reiche Dekor der Kanzel und die Ornamentierung der Seitenwangen des Gestühls.

Das barocke Orgelgehäuse schnitzte Johann Konrad Vogel in den Jahren 1689/90. Die Folge der 14 Kreuzwegstationen ist von dem Bamberger Maler Andreas Mattenheimer um 1780/90 gefertigt worden. Außen beiderseits des Westportals in Nischen die Holzfiguren der Mater Dolorosa und Johannes des Evangelisten; um 1724, wohl aus der Werkstatt Johann Michael Dosers. Die einschiffige St. Magdalenenkapelle am Nordrand des Friedhofes, ist nach Einlegung einer baufälligen aus gotischer Zeit, 1682 errichtet worden, so, wie sie auch heute noch steht.

Die Pfarrkirche stellt mit ihrem quadratischen Chor und durch ihre eigenartige Zweitürmigkeit eine baugeschichtliche Besonderheit dar und ist dadurch zu einem Wahrzeichen des Gebietes geworden.

Den heute so selbstverständlich scheinenden Zugang in den Friedhof von Westen her hat man erst 1850 erstellt. Der Pfarrhof stand von Anfang an innerhalb der Umwallung, jedoch näher an der Kirche, neben deren Nordwestecke. Er wurde 1609 abgebrochen und neu aufgebaut, 1682/83 repariert und 1785/87 komplett saniert. 1850 brach man ihn ganz ab und erbaute einen neuen Pfarrhof, der auch heute noch steht. Da dessen Westwand auf der Umwallung ruht, musste diese sehr verstärkt werden, was aber auch für die angrenzenden Teile nötig war, sowohl an der Nordwestecke, wo ein neues Waschhaus entstand, wie auch südlich des neuen Pfarrhauses, wo damals der westliche Zugang zum Friedhof geschaffen wurde. Das Pfarrhaus war 1851 vollendet.